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Am Wochenende von 9. bis 11. Dezember trafen sich die 19 Delegierten des diesjährigen Sicherheitsrates, um die zwei Themen auf der Agenda zu besprechen: die Situation im Jemen und den Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten.

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Am Abend des 9. Dezember eröffnete Secretary-General Tobias Holl die Sitzung mit einer inspirierenden Rede. Nach einer hitzigen Diskussion über die Agenda beschlossen die Mitglieder des Sicherheitsrates früh am Freitag Abend, über die Situation im Jemen zu verhandeln. Es zeichnete sich schnell ein Konsens ab – zumindest bezüglich der speaker’s time, bei der die Staatenvertreter überzeugt waren, sie müsse mindestens 3 Minuten betragen, wenn nicht sogar unbegrenzt sein. In dementsprechend ausführlichen Reden wurden am Freitag Abend verschiedene Probleme, Ansichten und Lösungsansätze ausgetauscht.

Nach wenigen Stunden Schlaf bildeten sich früh am Samstag Morgen vier Arbeitsgruppen, die sich bemühten, ihre Lösungsansätze und Maßnahmenpakete auf Papier zu bringen und wieder Frieden in den Jemen zu del_2017_MucMUN-2bringen. Obwohl man sich einig war, dass die legitime Regierung des Jemen unterstützt werden sollte, war der größte Streitpunkt am Samstag, wie man die Huthi-Rebellen eigentlich genau bezeichnen solle. Im Interesse der Arbeitseffizienz und aufgrund wachsenden Zeitdrucks wurde dieser Konflikt jedoch gegen Mittag zurückgestellt, wenn auch nicht gänzlich beigelegt. Am Nachmittag hatte der Sicherheitsrat die Ehre, den Vertreter Saudi-Arabiens zu empfangen. In einer hitzigen Rede griff dieser die Untätigkeit des Sicherheitsrates an, verurteilte die Taten der Huthi zutiefst und plädierte für eine unbedingte Unterstützung der Regierung Jemens. Auch der UN-Sondergesandte für Jemen wurde eingeladen, vor dem Rat zu sprechen. Empört über dieses parteiische Verhalten der Sicherheitsratsmitglieder bestand auch die Delegation des Iran darauf, ihre Ansichten kundzutun.
Inspiriert und motiviert von diesen Beiträgen setzten die Delegierten ihre Arbeit bis spät in die Nacht fort.

del_2017_MucMUN-3Am Sonntag versammelte sich der Sicherheitsrat wieder früh, in der Hoffnung, bald eine Resolution zu verabschieden. Mittlerweile war aus vier Arbeitsgruppen eine einzige Gruppe geworden, die gemeinsam alle Maßnahmenpakete zu Papier zu bringen suchte. Dies führte zu Verwirrung und dazu, dass die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates außer Acht gelassen wurden – Vetos der USA und Russlands drohten.
Aufgrund der herausragenden Verhandlungsfähigkeit der Staatenvertreter wurde am Abend des Sonntag dennoch einstimmig eine Resolution verabschiedet: das Waffenembargo wurde ausgeweitet, Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung beschlossen, ein Waffenstillstand gefordert und der Weg zu einer politischen Lösung des Konfliktes geebnet. Auch der außerordentlich wichtige Aspekt der Schulen im Jemen wurde nicht außer Acht gelassen.

Nach einem Wochenende intensiver Arbeit, wenig Schlaf und vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken wurde MucMUN 2016 beendet – mit müden, aber vor allem mit zufriedenen und glücklichen Gesichtern.